Preview: Married Life of a Saint

I. Quellen

Der Überlieferung zufolge sollen 1996 bis 2000 nach Christus ein gewisser Gregi und eine gewisse «Bärin» (Kosename: Regi) als «Mann und Frau» in Stadt San Diego, County San Diego, US-Bundestaat Kalifornien, USA, gehaust haben. Letztere solle sich auβerdem als «Regula» (Latein rēgula Herrscher, Machthaber, Gebieter, Regler, Herr; Muster, Struktur (verwandt mit rēx König, regere regieren)) ausgegeben haben. Neue Schriftquellen zu ihrem Leben werden sich kaum mehr finden lassen.

II. Herkunft

Bärin: St. Gallen, d’Schwiiz.

Gregi: Pittsburgh, USA.

III. Stationen

Bärin: Von List über Heiratsurkunde bis nach Green Card.

Gregi: Von Liebe über Fassungslosigkeit bis in die Einsamkeit.

IV. Religionen

Bärin: Ich bekehrte Gregi zum Vegetarismus und Tierschutz.

Gregi: Die Bärin bekehrte mich zum Vegetarismus. Sehen Sie, auf zweierlei Ebenen lebten wir fleischlos, siehe Charakterzüge. Und zum Tierschutz.

V. Machtträgerinnen

Bärin: Wir–nämlich ich, meine Katze Kitta und später meine Hündin Alley–wir seien Mitregentinnen gewesen. Nachdem wir Befehle erteilten, z.B. einkaufen zu gehen, ging mein «Mann» (lediglich im rechtlichem-Sinne, siehe Charakterzüge) einkaufen. Er bekam dafür Brot. 2000 hiess ich ihn, das Weite zu suchen.

VI. Charakterzüge

Bärin: Gestrenges Geschlechtsverkehrsverbot. Siehe Regula monachrum (Mönchsregel) und Regula coenobialus (Klosterregel).

Gregi: Tja, liebe Leser:innen, die «Ehe» (lediglich im rechtlichem-Sinne) sei von Anfang bis zum Ende, zwar vier Jahre lang, unvollendet gewesen. Himmelschreiend, oder? Meine Damen und Herren, die Erde ist nicht unsere Heimat. Möglichst wenig sollten wir uns an irdische Gegebenheiten binden. Wir dürfen nicht anhaften, weder an unserem Körper, noch an unserer Familie.

VII. Lehrerin

Bärin: Die Schweizer Kälte.

VIII. Schauplatz I

Wohnung (habitatio) bzw. Zelle, Johnson Avenue, Vorort Hillcrest, San Diego.

IX. Schauplatz II

Wohnung (habitatio) bzw. Zelle, Grim Avenue, Vorort North Park, San Diego. Feuerstelle (focus) und Holzkessel (lebes lignea), beides «Made in Switzerland», sind natürlich für die Küche anzunehmen. Küche und Refektorium zum Speisen dürften die einzige Räume gewesen sein, in dem ein wenig warm war. Man wird sonst gefroren haben. Die ganze Anlage, zu der ein Nutzgarten gehörte, wird von Zaum und Wall umschlossen gewesen sein. Der Gregi soll den Nutzgarten ans Licht gebracht haben.

X. Alltag

Gregi (mit Nimbus): Bürodienst, Schrifttum, Haushaltspflichten unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen, siehe Charakterzüge.

XI. Reisewege

Der blöde Gallus–Entschuldigung, Gregi–soll die Verwandten geliebt haben. Doch nach der Scheidung liess die Schweizer «Familie» nie mehr von sich hören. Unser Geschichtchen führt uns konsequent zu ihr. Anmerkung 1. Eine Bitte um Fotos würde im Endeffekt durch Stillschweigen regi’scherseits abgelehnt. Anmerkung 2. Das Glück jener Tagen liegt weit zurück. Der darauffolgende Schmerz auch. Es fragt sich, warum man durch solche Leute das irdische Leben vernachlässigen müsse, nöd? Darüber sei der Märtyrer nöd sicher.

1. Glaibasel: Gmüetli

2. Lausanne: Die Justiz

3. St. Gallen: Elternhaus und Tante

4. Venedig: Ja, hier die Liebe, oder?

5. Züri: Haus Hiltl

XII. Tod und Begräbnis

Wir schreiben das Jahr 2000. Der Gregi habe bisher die Abtötung des Fleisches auf sich genommen. Wir denken mit einigem Recht daran, dass er sich vergebens nach mehr gesehnt haben wird. Sang- und klanglos ist er im Downtown San Diego YMCA verschwunden. Auf dem Klosterhof St. Gallen, in der berühmten Stiftsbibliothek, im Herzen des historischen Stiftsbezirks, zentral in der St. Galler Altstadt, unweit des Bahnhofs (5–10 Minuten Fußweg), Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, liegt sein Geist mit am Herz liegenden Schriften. Wenn er sonst nicht gestorben ist, lebt er noch heute.


Musikeinlage

Weitere Quellen

Gallus Bild: Friends of Columbanus Bangor
Gallus: Der Heilige und in seiner Zeit (2011), Max Schär.